Schlafmedizinisches Zentrum

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Schlafbezogene Atmungsstörungen

Schlafbezogene Atmungsstörungen werden in drei Gruppen unterteilt.

Obstruktive Schlafapnoe

Im Zuge der Entspannung kommt es im Schlaf zu einer Verengung (sogenannte Hypopnoe) bis zum kompletten Verschluss (Apnoe) der oberen Atemwege. Dies geht häufig mit heftigem Schnarchen einher. Durch die Verlegung der oberen Atemwege kommt es zur Sauerstoffunterversorgung des Körpers im Schlaf – und hierdurch zu wiederholtem meist unbemerkten Aufwachen. Warnsymptome können unregelmäßiges Schnarchen, häufiges nächtliches Wasserlassen oder morgendliche Kopfschmerzen sein. Zudem führt das häufige nächtliche Erwachen oft zu einer deutlichen Tagesmüdigkeit auch bei subjektiv ungestörtem Schlaf.
Als Folgen der obstruktiven Schlafapnoe sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall und Herzinfarkt, aber auch vermehrte Verkehrsunfälle durch Sekundenschlaf bekannt.

Bild 1: Die Atemwege sind offen. Die Atemluft kann ungehindert in die Lunge strömen.
Die Atemwege sind offen. Die Atemluft kann ungehindert in die Lunge strömen.
Bild 2: Die Atemwege sind geschlossen. Es gelangt keine Luft mehr in die Lunge.
Die Atemwege sind geschlossen. Es gelangt keine Luft mehr in die Lunge.

Zentrale Schlafapnoe

Die zentrale Schlafapnoe (ZSA) beruht auf einer Störung des Atemzentrums im Schlaf: Es kommt zu einem plötzlichen Stillstand von Zwerchfell und Atemmuskulatur, vergleichbar mit wiederholtem Luftanhalten. Vor allem bei Herzerkrankungen (Klinik für Kardiologie des UK-Essen und Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie des UK-Essen) kann auch eine Sonderform der zentralen Schlafapnoe mit ständig an- und abschwellender Atmung teilweise mit eingestreuten Atempausen (Cheyne-Stokes-Atmung, periodische Atmung) auftreten. Die zentrale Schlafapnoe führt zu wiederholtem Sauerstoffmangel mit dadurch bedingten nächtlichen Weckreaktionen und entsprechender Müdigkeit am Tag.

Hypoventilationssyndrome

Unter einer Hypoventilation versteht man eine zu flache Atmung mit der Folge einer unzureichenden Sauerstoffversorgung des Körpers und einem Anstieg des Kohlendioxids (CO2, „Abgas des Körpers“) im Blut. Als Ursachen kommen sehr unterschiedliche Erkrankungen wie erhebliches Übergewicht, schwere chronische Lungenerkrankungen, Muskelerkrankungen (Klinik für Neurologie des UK- Essen) oder schwere Verkrümmungen der Wirbelsäule (Skoliose) in Betracht. Die Beschwerden ähneln denen der obstruktiven Schlafapnoe mit Tagesmüdigkeit, morgendlichen Kopfschmerzen und gestörtem Nachtschlaf.

Therapie schlafbezogener Atmungsstörungen

Die effektivste Therapie schlafbezogener Atmungsstörungen ist eine individuell angepasste Maskentherapie. Was versteht man darunter?

Ein kleines Gerät auf dem Nachttisch wird über einen Beatmungsschlauch mit einer dicht auf dem Gesicht aufliegenden Atemmaske verbunden. Über die Atemmaske wird Luft mit leichtem Überdruck in die Atemwege geblasen. Hierfür steht eine Vielzahl verschiedener Masken (Nasenmasken, Nasen-Mund-Masken, Nasenpolstermasken) zur Verfügung, die wir individuell mit Ihnen ausprobieren.

Ziel der Therapie der obstruktiven Schlafapnoe ist ein konstantes Offenhalten der oberen Atemwege im Schlaf. Hierdurch wird sich Ihre gestörte Atmung und damit Ihr Schlaf normalisieren. Eine erfolgreiche Therapie führt zu einer vollständigen Beseitigung der Atemaussetzer und des Schnarchens und sollte Sie tagsüber wieder fit und ausgeruht sein lassen.
Sollte eine Maskentherapie nicht in Frage kommen, gibt es alternative Therapieverfahren wie die Anfertigung spezieller Zahnspangen durch spezialisierte Zahnärzte, Möglichkeiten der Lagekonditionierung oder in Einzelfällen auch operative Maßnahmen (Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde des UK-Essen).

Bei der zentralen Schlafapnoe und bei Hypoventilationssyndromen sind aufwändigere Beatmungsgeräte mit komplexen Therapieeinstellungen erforderlich. In Phasen fehlender oder zu flacher Atmung übernehmen sie Ihre Atmung und sorgen ebenfalls für eine Normalisierung der Atmung im Schlaf.