Schlafmedizinisches Zentrum

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Studien

Klinische Studien oder Studien im Labor

Eine bestmögliche Therapie ist gewährleistet, wenn sie nach den aktuellen
medizinischen Standardkonzepten durchgeführt wird. Doch auch
Standardtherapien können manchmal verbessert werden. Deshalb versuchen wir,
an modifizierten und neuen Verfahren mitzuwirken, die in verbesserte
Behandlungen münden. Ob diese neuen Verfahren tatsächlich besser sind als die
herkömmlichen, muss in klinischen Studien wissenschaftlich untersucht werden.
An experimentelle Studien im Labor speziell mit menschlichen Zellen und
Geweben oder an klinische Studien mit Patientenbeteiligung sowie an
Datenanalysen werden strenge Anforderungen gestellt. Jede klinische Studie
muss einer Ethikkommission zur Zustimmung vorgelegt werden – gegebenenfalls
auch der zuständigen Bundesbehörde. Erst wenn diese Kontrollinstanzen keine
Bedenken zur Durchführung der klinischen Studie äußern, kann sie durchgeführt
werden.

Zustimmung und Kontrolle durch Ethikkommissionen

Ethikkommissionen bestehen aus unabhängigen Experten aus der Medizin und
auch aus medizinischen Laien. Die Kommission überprüft Studienideen auf ihren
wissenschaftlichen Ansatz (Studiendesign) – vor allem aber prüft sie, ob
Patienteninteressen und -sicherheit gewahrt sind. Diese sind in der weltweit
gültigen Deklaration von Helsinki als sogenannte Good Clinical Practice (GCP)
festgehalten und werden kontinuierlich überprüft, ergänzt und aktualisiert. Für
alle Studien, die am Schlafmedizinischen Zentrum durchgeführt werden, ist die
Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen
zuständig.

Wie Sie an Studien teilnehmen können

Wenn Ihnen am Schlafmedizinischen Zentrum angeboten wird, an einer Studie
teilzunehmen, können Sie Ihre Frage mit den zuständigen Studienärzten
ausführlich diskutieren und danach entscheiden, ob Sie unser Angebot annehmen
möchten oder nicht. Sollten Sie sich zu einer Teilnahme bereit erklären, würde
uns dies sehr helfen, Ihre Erkrankung besser zu verstehen oder die Behandlung
zu verbessern. Außerdem helfen Sie den Ärzten am Schlafmedizinischen Zentrum
– aber auch weltweit -, „bessere Medizin“ für Sie und andere Patienten zu
entwickeln.

Welche Studien bieten wir derzeit an?

Das Ziel der Heinz-Nixdorf-Recall-Studie ist es, ausgewählte
Untersuchungsverfahren auf ihre Eignung hinsichtlich des frühzeitigen Erkennens
von Herzinfarkt und Herztod in der Bevölkerung des Ruhrgebietes zu
untersuchen. In dieser Studie wird unter anderem geprüft, ob an Hand des
Auftretens von schlafbezogenen Atmungsstörungen frühzeitig Aussagen
hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf Herzinfarkt und Herztod getroffen
werden können.

In einer Studie zur Epidemiologie der obstruktiven Schlafapnoe im
thoraxchirurgischen Patientenkollektiv untersuchen wir Patienten vor großen
thoraxchirurgischen Operationen auf Zusammenhänge zwischen
dem möglichen Vorliegen einer Schlafapnoe, bestimmten Begleiterkrankungen
und perioperativen Komplikationen.

Aktuell wird das SchlaHF-XT-Register eingerichtet. Dieses Register sammelt Daten von Patienten mit Herzschwäche sowohl im Hinblick auf die Diagnostik als auch bereits etablierte Therapien von möglichen schlafbezogenen Atmungsstörungen und verfolgt diese Patienten im Langzeitverlauf nach.

Neu begonnen hat in 2015 die „Schlafwolke“, die im Rahmen der Versorgungsforschung schlafmedizinische Diagnostik cloudgestützt an den Partnerunternehmen (St. Josef-Krankenhaus Essen Werden, Universitätsklinikum Essen) etablieren und wissenschaftlich auswerten wird. Zukünftig erhoffen wir uns hierdurch einen verbesserten Zugang zu schlafmedizinischer Diagnostik und eine Verkürzung der bisher oft langen Zeiträume bis zur Einleitung einer schlafmedizinischen Therapie.