Schlafmedizinisches Zentrum

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Studien

Unsere Patienten werden gemäß den aktuellen medizinischen Leitlinien behandelt. Da aber auch Gutes verbessert werden kann, forschen wir im dem Schlafmedizinischen Zentrum angegliederten Lehrstuhl für Schlaf- und Telemedizin unter der Leitung von Prof. Dr. med. Christoph Schöbel, um Sie noch besser zu versorgen.

Einige unserer aktuellen Forschungsschwerpunkte möchten wir Ihnen vorstellen:

Registerstudien

Unter schlafbezogenen Atmungsstörungen (SBAS) versteht man die Unterbrechung oder Einschränkung des Atemflusses während des Schlafes.  Sie entstehen entweder durch wiederholte Einengung des Schlundes  (obstruktive Schlafapnoe, OSA) oder durch eine Verminderung des Atemantriebs (zentrale Schlafapnoe, ZSA) und kann zu hoher Tagesschläfrigkeit, einem verminderten allgemeinen Gesundheitszustandes und einer geringeren Lebensqualität führen.  Mit einer Prävalenz von 1-25 % bei Frauen und 4-40 % bei Männern kann man von einer Volkerkrankung sprechen.

Read- ASV

Bei der ZSA stoppt der Atemantrieb und es erfolgt keine Atemanstrengung mehr. Durch verschiedene Studien konnte gezeigt werden, dass die Adaptive Servo-Ventilationstherapie (ASV) eine wirksame Therapie bei Patienten mit ZSA darstellt. Bislang gibt es aber nur wenige Daten, die Rückschlüsse auf den Einfluss der ASV auf Lebensqualität, Therapietreue und  Nutzen bei unterschiedlichen medizinischen Grunderkrankungen zulassen.

Das Read-ASV-Register sammelt Daten von Patienten, die diese Therapie erhalten, mit dem Ziel die Auswirkungen der ASV-Therapie auf das tägliche Leben zu untersuchen und die Patientengruppe zu bestimmen, die am Meisten von dieser Therapie profitieren kann.

Narval

Bei der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) kommt es aufgrund einer Verkleinerung des Rachenraumes zu einer Behinderung des Atemflusses. Standardtherapie für die Behandlung von OSA ist die kontinuierliche positive Atemdruck-Therapie (CPAP). Diese resultiert in einer Verbesserung der Lebensqualität, der Schlafqualität sowie in einer Reduktion des Blutdrucks. Allerdings deuten klinische Studien darauf hin, dass eine Mindestnutzungsdauer notwendig ist, um diese positiven Effekte zu erzielen. Doch nicht jeder Patient verträgt oder wünscht diese Therapieform. Für diese Patienten stellen Unterkieferprotrusionsschienen (UKPS) eine gute Alternative dar. Eine UKPS hält den Unterkiefer während des Schlafes vorgelagert, wodurch die Zungenmuskulatur nach vorne gestreckt wird und sich der Durchmesser der oberen Atemwege vergrößert. Studien zeigen bei leicht- bis mittelgradiger OSA durch die Schienen eine Normalisierung des Atemmusters im Schlaf, eine Verbesserung der Lebensqualität eine gute Therapietreue.

Durch das Narvalregister soll der Nutzen von UKPS des Typs Narval CC in Bezug auf die Lebensqualität sowie auf mögliche Nebenwirkungen untersucht werden. Des Weiteren sollen relevante Begleiterkrankungen bei behandlungsbedürftigen Schnarch- bzw. OSA-Patienten analysiert werden im Sinne einer patientenzentrierten Versorgung.

Telemedizinische Ansätze in der Patientenversorgung

Die Bedeutung von erholsamem Schlaf tritt  immer mehr in den Fokus, nicht nur für den allgemeinen Gesundheitszustand, sondern auch für den Verlauf und die Prognose vieler Erkrankungen. Da Schlaf ein Zustand ist, der sich der willentlichen Kontrolle entzieht und der zudem am wenigsten äußeren Einflüssen ausgesetzt ist, kann man ihn als „Seismograph“ des Gesundheitszustandes betrachten. Neben einer steigenden Prävalenz von schlafmedizinischen Erkrankungen wie Insomnie oder Schlafapnoe konnte in Studien nachgewiesen werden, dass sich Verschlechterungen von chronischen Krankheiten oft zuerst in einer Veränderung des Schlafes zeigen, zum Beispiel bei Depression, Morbus Parkinson, COPD, Asthma, Herz- oder Niereninsuffizienz.

Der Einsatz telemedizinisch basierter Interventionen und Überwachung sowie der Einsatz von KI in der Behandlung von Patienten unterschiedlichster Grunderkrankungen ist bereits durch verschiedene Studien etabliert und zeigt großen  Erfolg bezüglich der Reduktion von Hospitalisierungszeiten, erhöhter Therapietreue und der Verbesserung der Lebensqualität. Zusätzlich konnten durch telemedizinische Methoden bereits relevante Kostenersparnisse für das Gesundheitssystem generiert  und der Patient in das Zentrum der Behandlung gerückt werden.

Der Lehrstuhl für Schlaf- und Telemedizin  forscht aktiv im Bereich Algorithmik, Entwicklung und Einsatz telemedizinischer Verfahren und sowie in der Entwicklung neuer Patientenpfade. Dabei kooperieren wir sowohl mit universitären als auch mit industriellen Partnern.

 

Ansprechpartner

M.Sc. biol. B.Sc. med. phys. Sarah Dietz-Terjung
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Lehrstuhl für Schlaf- und Telemedizin

sarah.terjung@rlk.uk-essen.de