
|
 |
Narkolepsie
Narkolepise ist eine seltene Erkrankung. Etwa 0,002-0,005% der Bevölkerung sind von ihr betroffen, d.h. in Deutschland sind
lediglich 1600-4000 Menschen an ihr erkrankt. Bei der
Narkolepsie handelt es sich um eine Störung des Schlaf-Wach-Verhaltens, das im zentralen Nervensystem
gesteuert wird. So kann es passieren, daß das Gehirn den Muskeln plötzlich einen Verlust an Muskelspannung zuweist.
Dies passiert normalerweise erst im Traumschlaf. Der wache Patient stürzt aufgrund
der fehlenden Muskelspannung unvermittelt zu Boden. Das Alter, in dem erstmals die Symptome auftreten, reicht vom
Kindesalter bis hin zum fünften Lebensjahrzehnt. In den meisten Fällen werden die Beschwerden erstmals in der Jugend
beobachtet. Die Symptome können vielfältig sein:
Tagesmüdigkeit und Schläfrigkeit
Tagesmüdigkeit und Schläfrigkeit treten bei mehr als 95% der Patienten auf. Zuweilen übermannt den Betroffenen ein Schlafzwang, dem er nach wenigen Minuten nachgeben muß. Der darauf folgende
Schlaf dauert meistens nur 10-20 Minuten und ist recht erholsam. Allerdings kann schon 2-3 Stunden später der nächste Schlafanfall
kommen. Dies führt manchmal zu lebensgefährlichen Situationen, insbesondere wenn ein Narkoleptiker Auto fährt. Einmal berichtete
uns eine Mutter, daß ihr Sohn, der unter Narkolepsie litt, sogar auf einem Baum eingeschlafen war.
Kataplexie
Kataplexie kommt bei etwa 90% der Patienten vor. Sie kann durch Gefühle wie Freude, Angst oder Schrecken ausgelöst werden. Die
Muskulatur erschlafft, und der Patient stürzt bei vollem Bewußtsein zu Boden. Dieser Zustand kann oft beendet
werden, indem man den Patienten anspricht: Die Muskelspannung kehrt zurück, und der Patient kann wieder aufstehen.
Schlaflähmung
Von der Schlaflähmung sind etwa 40-50% der Patienten betroffen. Beim Einschlafen oder Aufwachen tritt eine plötzliche, mehrere
Minuten dauernde Bewegungsunfähigkeit auf. Auch Sprechen ist unmöglich. Während dieser Zeit ist der Betroffene bei vollem
Bewußtsein.
Hypnagoge Halluzinationen
Hypnagoge Halluzinationen treten etwa bei 40-50% der Patienten auf. Dabei handelt es sich um Trugbilder und Geräusche, von denen
der Betroffenen in der Einschlafphase heimgesucht wird. Tritt dann noch eine Schlaflähmung hinzu, kann es bei den Betroffenen zu
Angstzuständen kommen.
Gestörter Nachtschlaf
Gestörter Nachtschlaf ist bei 40-50% der Patienten vorhanden. Der Betroffene besitzt nachts überwiegend einen oberflächlichen
Schlaf, der durch häufiges Erwachen unterbrochen ist.
Automatisches Verhalten
Automatisches Verhalten kommt etwa bei 20% der Patienten vor. Einige Betroffene begehen bei eingeschränktem Bewußtsein
merkwürdige Handlungen: Beispielsweise verlegen sie den Schlüssel in den Kühlschrank, ohne sich später daran erinnern zu
können.
|
 |
|